Höhen und Tiefen...bach

 

Immer dann wenn Außergewöhnliches passiert, fragt man sich wie man damit umzugehen hat und welche Schlüsse man daraus zieht. Dies gilt besonders bei der dann zu verwendenden Wortwahl, die man sonst nur allzu schnell um die Ohren geschlagen bekommt.

Also fangen wir am Besten damit an, dass seit Jahren die Sicherheit der Tiefenbacher Strecke und deren Layout von unterschiedlichsten Seiten bemängelt wird und ich mir aufgrund dessen auch vorgenommen habe ab diesem Jahr dort nicht mehr zu starten. Erstaunlicherweise erhielt ich da sogar teilweise von Seiten des Veranstalters zustimmende Worte, was ich in dieser Form so auch nicht erwartet hätte.

So gab es in den vergangenen Jahren dort bereits verhältnismäßig schlimme Unfälle, welche von ihrer Entstehung stets gleich gelagert waren und wie durch ein Wunder jedoch immer „nur" mit einem massiven Blechschaden endeten und in Suhl despektierlich als „die übliche fahrerische Selbstüberschätzung" abgehandelt werden. Nun kam es jedoch anders! Nicht der Unfall an sich, der gestaltete sich fraglos wie oftmals in den Jahren zuvor, nein das Ergebnis war ein Anderes! Dieses blieb es nicht „nur" beim Blechschaden, sondern auch der Fahrer wurde dabei in Mitleidenschaft gezogen. 

So drückt das gesamte Chaosteam (dem Samstag Gesamtsieger!!!) Martin von ganzem Herzen die Daumen und auch wenn er diese Zeilen wohl derzeit nicht lesen wird... Keep on fighting, du schaffst das!

Bliebe zum Abschluss dieser in meinen Augen wichtigen Zeilen nochmal der Bogenschlag zum Einleitungssatz: Es müssen endlich die richtigen Schlüsse aus Wiederholungsunfällen gezogen werden! In Jura hat man im vergangenen Jahr bewiesen, dass Fehler nicht wiederholt und ein zuvor festgelegtes Streckenlayout auch nicht zwingend beibehalten werden muss! 

Der sportliche Teil rückt bei so einer Veranstaltung natürlich rückblickend betrachtet immer ein wenig in den Hintergrund, doch es gab ja auch viel Erfreuliches zu berichten! So war der Wettergott dem Veranstalter nach dem fürchterlichen Regenevent im vergangenen Jahr dieses Mal wohl gesonnen, die Fahrer kamen demnach zahlreich und lieferten sich z.T. Duelle im 1/100 Bereich! Es freut uns sehr, dass die aufgebrachten Mühen des MSF belohnt wurden! Auch ich habe meinen Nennungsverzicht mehr als deutlich wieder... ja, in die Kassen der Tiefenbacher „gespült", so dass ich den Vorsatz ohne schlechtes Gewissen schreiben kann! 

Das Chaosteam betreffend gab es tolle & weniger tolle Ergebnisse, die mit Tobi Küpper in der Klasse 10 beginnen... und leider auch schnell erzählt sind! So haderte er am Samstag bereits nach dem Training mit einer nicht mehr korrekt trennenden Kupplung. Zwar würgte er seinem Golf noch einen Wertungslauf ab, doch in der Zuschauerkurve sitzend war bereits deutlich zu sehen dass er Probleme hatte. So war er mit P2 eigentlich noch gut bedient und die abendliche Reparatur des mittlerweile bekannten Defekts sollte die Weichen für einen sonntäglichen Start stellen. Doch leider war dieses Mal „mehr als sonst" kaputt, so dass er am Folgetag eben nicht starten konnte und zum ersten Mal seit Langem seine Klasse als Zuschauer bewundern durfte.

Andi Colling bot in der Klasse 11 eine starke Vorstellung! So kam ihm, seinem Fahrstil und dem BMW der untere Slalombereich doch sehr entgegen! Lohn für seine Mühen waren an beiden Tagen Plätze in den Top 10 der auch an diesem Wochenende bestens besetzten Klasse bis 2 Liter Hubraum!

Der Klasse 14 haftete ein wenig das Wort „TESTEN und PROBIEREN" an, denn mit Herrn Mohr und Chaosteam Neumitglied Marcel Daut hatten wir zwei Starter, die jeder auf ihre Art eine Premiere zu verzeichnen hatten! Letzteren muss ich hier jedoch öffentlich abmahnen, nannte er doch (wohl aus Gewohnheit) unter dem MSC Bollenbachtal, statt unter unserer Fahne. Marcel, wir dulden keine anderen Götter neben uns ;-)

Er fuhr bei seinem 1. Berg ausgesprochen gut, gerade wenn man bedenkt was ein „Gruppe H" bzw. stark verbessertes Fahrzeug so an Eigenheiten ausweist wenn man damit kaum Erfahrungen hat. Buub, mach genau so weiter, gewöhn dich langsam an das Sportgerät, überschätz dich nicht & dann kommen die Zeiten und Ergebnisse nach und nach von Allein! Am Sonntag reichte es dann ja sogar bereits für einen Pokal, welcher als Erster bei einer Bergveranstaltung sicherlich einen Ehrenplatz im Regal bekommen wird.

Ebenfalls Premiere hatte unsre Lotte, die nach dem steroidialen Umbau im Winter (hoffentlich) eine andere, bessere Performance aufweisen sollte! Der Tiefenbacher Berg ist so gesehen das ideale Testgelände, hat man doch einen schnellen Slalomparcour im unteren Bereich, wo das Fahrwerk auf Herz und Nieren geprüft werden kann, sowie eine vom Belag her schwierige und rutschige 2. Teilstrecke, bei der die Nervosität des Fahrzeugs gut beurteilt werden kann. Gott sei dank kann an dieser Stelle nun auch Entwarnung gegeben werden, die Umbauten sind laut Fahrer vollends eingeschlagen und Lotte fährt nun endlich so wie sich das der Erbauer von Anfang an vorgestellt hat! Nach P4 am Samstag, konnte Sonntag sogar der erste Klassensieg herausgefahren werden! So kann es dann doch bitte weitergehen... So lange ich nicht mit in der Klasse fahre.

So viel von uns! In nächster Zeit versplittert sich das Chaosteam ein wenig, denn Jura fällt aufgrund einer Hochzeit für den einen Teil der Truppe aus, der andre startet derweil in Oberkirchen bei unserem Heimslalom! Dieser bietet eigentlich als ADAC Veranstaltung keinen Platz mehr für uns, doch der Veranstalter war extra so lieb und hat eine eigene „NAVC Piraten Klasse" installiert! Im August bleiben wir dann getrennt, denn für unsre Meisterschaftsteilnehmer gehts nach Bebra, während der überwiegende Teil zur zeitgleich stattfindenden Veranstaltung nach Queidersbach fährt. Erst in Klotten werden wir dann wieder in gewohnter Stärke am Start stehen.

Und auch wenn ich biblisch als „Thomas der Ungläubige" tituliert werde, bitte ich euch die nächsten Tage und Wochen abends eure Hände für unseren verunfallten Fahrerkollegen zu falten!!!

 

Hitzeschlacht

 

Irgendetwas scheinen die Veranstalter der „Grünen Hölle am Berg" ja richtig zu machen, denn der Wettergott scheint ihnen doch sehr wohl gesonnen zu sein! Seit Jahren herrschen dort hochsommerliche Temperaturen, die einen hervorragenden Rahmen für diese tolle Veranstaltung bilden.

Weit über 150 Starter dürfen bereits ab Freitag (!!!)die Landstraße befahren und dank großer Startergruppen ohne Doppelstarter endet die Veranstaltung trotz 4,4 Kilometer Streckenlänge immer angenehm früh am Tag!

Dass es sich hierbei eigentlich um eine Gleichmäßigkeitsveranstaltung handelt, störte unsere Teilnehmer recht wenig, sie fuhren weniger auf minimale Zeitenabweichung, als vielmehr auf maximale Attacke!

Torsten Michel hatte im Seat Leon Supercopa wohl den schweißtreibendsten Job, fungiert er doch bereits seit jeher als Renntaxi und chauffiert den ganzen Tag über mutige Beifahrer durch das Kurvenlabyrinth. Entsprechend gibt es für ihn auch keine Platzierung, die lobenswert erwähnt werden könnte. Anders sieht es da bei Tobi Küpper und Andi Colling aus, die sich der eigentlichen Herausforderung inkl. Zeitnahme stellten! Musste sich Andi zuerst noch an die hoch selektive Strecke gewöhnen, konnte Tobi (der nur unweit der Strecke beheimatet ist und somit über exzellente Streckenkenntnisse verfügt) vom ersten Lauf an pushen.

Im Vordergrund stand jedoch bei ihm weiterhin das bessere Kennenlernen und Zusammenwachsen mit den neu im Auto verbauten Teile, in Form von Motor und Getriebe. Beide Bereiche zeigten dann auch im Laufe des Wochenendes kleinere Unstimmigkeiten und Kinderkrankheiten, die jedoch in den Rennpausen stets bearbeitet oder überwacht werden konnten.

Dass für ihn am Ende der Veranstaltung der 1. Platz (in seiner „Baujahrsklasse") heraussprang, ist in Anbetracht der oben beschriebenen Herangehensweise natürlich umso erfreulicher und gleichfalls erstaunlicher!

Ebenfalls erfreulich sind die Laufzeiten von Andi Colling, der sich nicht nur extrem schnell auf die neue Strecke einschießen konnte, sondern dies auch noch mit unglaublich guten Laufzeiten, die sich im Laufe des Wochenendes noch immer weiter verbesserten! Fehler oder Probleme? - Ihr ahnt es wahrscheinlich... Fehlanzeige"

Soviel zu diesem Thema! Wer jedoch auf die Videos von Grenderich wartet, den muss ich noch ein wenig vertrösten, denn ich kämpfe noch ein wenig mit der Technik unserer neuen Internetseite und ziehe derzeit noch immer öfters den Kürzeren!

 

Standortbestimmung

 

Des Veranstalters Leid ist im Moment des Schreiberlings Freund! Da wir aufgrund der in vielen Garagen über Winter groß angelegten Umbaumaßnahmen (leider nur) eine Chaosteam negativ Starterzahl für das Bergrennen des MSC Idarwalds stellen konnten, bin ich mit den Berichten für unsere drei gestarteten Fahrer natürlich auch dementsprechend schnell durch!

Tobi Küpper und meine Wenigkeit wurden erst in letzter Sekunde fertig, oder mussten zum Teil noch vor Ort letzte Stellschrauben am Auto justieren. Nachdem beim Bergmeister der Klasse 10 der Prüfstandslauf am Donnerstag VOR Grenderich erst erfolgreich absolviert werden konnte, schaffte es dieser also auch wirklich erst auf den letzten Drücker! Bereits die kleinste Unregelmäßigkeit bzw. Nacharbeit hätte auch hier zwangsläufig in einem Startverzicht geendet.

So jedoch konnte er mit frisch abgestimmten Motor und dem neuen 6 Gang Dog Getriebe seine ersten Testrunden drehen. Am Samstag geschah das (auch aufgrund einer im hektischen Wettlauf mit der Zeit zugezogenen Handverletzung) noch recht verhalten, so dass man sogar fast von Sicherheitsläufen sprechen kann. Das an diesem Tag gewonnene Vertrauen in sich und seine Technik konnte er dann am Sonntag in hervorragende Zeiten umsetzen, so dass am Ende an beiden Tagen der 2. Platz für ihn zu Buche stand, was unseren in diesem Jahr einzigen BM Teilnehmer erneut an die Spitze der Meisterschaft katapultieren sollte.

 Andi Colling der ja bereits beim Testtag in Chambley die Funktionsfähigkeit seines Autos überprüfen- und somit entspannt auf das erste Bergrennen des Jahres blicken konnte. In der qualitativ und quantitativ stark besetzten Königsklasse fuhr er an beiden Tagen ins vordere Mittelfeld, wobei er am Samstag sogar in die Top 10 vorfahren konnte. Probleme erneut Fehlanzeige, so dass man schon ein wenig neidisch auf die entspannte Herangehensweise sein kann.

Von problemlos kommen wir nun zu stark problembehaftet. Bereits im Vorfeld wusste ich, dass meine Heidi auf eine korrekt funktionierende Schaltunterbrechung verzichten muss. Auch bei mir war die Zeit einfach zu knapp gewesen und was zu Hause in der Garage wunderbar funktioniert, tut dies leider bei Weitem noch nicht automatisch auch unter Wettbewerbsbedingungen! So hatte ich an beiden Tagen Ölverlust an den wegen dem Sadev Getriebe neu verlegten Ölkühlerschläuchen, was so zu Hause noch nicht aufgetreten ist. Hinzu kamen an beiden Tagen gerissene Achsmanschetten, da der Abstand zwischen den einzelnen Bauteilen im engen Corsa Motorraum in Verbindung mit dem im Verhältnis riesigen Kadett Motorklumpen doch sehr gering ist. Alles Gott sei dank Kleinigkeiten, jedoch mit recht großer Auswirkung auf meine Fahrzeit! So konnte ich täglich nur das Training und den ersten Rennlauf in Angriff nehmen, ehe ich das Fahrzeug vorzeitig aus Sicherheitsgründen abstellte. Dass dabei am Samsag noch P2 und Sonntag P3 heraussprang ist unter den obigen Gesichtspunkten eigentlich egal, lieber wäre mir in diesem Fall ein jeweils letzter Platz ohne die Probleme gewesen. Da ich jedoch aufgrund der BM Nichtnennung sowohl in Tiefenbach als auch in Jura nicht an den Start gehen werde, sollten diese Fehlerquellen bis zu meinem nächsten Auftritt im August jedoch behoben sein.

Im Allgemeinen interessant wird sicherlich die weitere Starterzahl Entwicklung sein, so zeigte sich bereits im Vorfeld dieser (in den Vorjahren immer extrem gut besuchten) Veranstaltung ein deutlicher Nennungsrückgang, von dem ich hoffe dass er sich nicht durch die ganze Saison hindurch ziehen wird. Besonders um mein Lieblingsrennen in Bebra mache ich mir bereits jetzt schon große Sorgen, da man hier mit dem Stammtermin des MSC Queidersbach das denkbar ungünstigste Datum wählte und so wohl definitiv nicht auf die gewünschten Starterzahlen kommen wird, bzw. kann! 

Dennoch heißt es für einige von uns: eat, sleep, race, repeat! So geht es für Tobi Küpper, Andi Colling und Torsten Michel bereits übermorgen als Aktive Teilnehmer zu den Ransel Classics, einer herrlichen Gleichmäßigkeitsveranstaltung! Vielleicht sieht man sich ja, ansonsten wohl dann in Tiefenbach! Machts gut und schaut die Tage mal wieder rein, wenn ich die Grenderich Videos online gestellt hab.

 

Test- & Einstellfahrt Chambley

 

So, da ich mich nach langem Hin & Her aufgrund der politischen Entscheidungen in diesem Winter dagegen entschieden habe ein Garagen Update von mir bzw. meiner Heidi zu schreiben, gibt's stattdessen jetzt schon die Nachlese vom Testtag in Chambley. Die von der ASK getroffene Entscheidung ist für mich nach wie vor nur schwer zu verdauen und nagt noch heute an mir. So könnte ich kein eigenes Update schreiben ohne dass es zu einem Politikum verkommen würde. Wer dennoch gerne ausführlich von mir hören möchte wieso ich glaube dass diese Entscheidung unsere ganze Berg DM vor Existenzprobleme stellen wird, der kann mich gern an den Bergrennen drauf ansprechen! Ich bin mit meinem Infostand & der Initiative "Ja zum Streicher" (direkt neben dem Infostand "Änderung Startreihenfolge Doppelstarter") als Missionar bei einigen Läufen vor Ort, um vom Weg abgekommene zurück in die Spur zu lenken ;-)

 

 

...Zum Sportlichen:

Vorweg muss man sagen dass wir mit dem Wetter reichlich Glück hatten, außer terrainbedingt starkem Wind blieb es weitestgehend trocken, so dass die Wagen auf Slicks bewegt werden konnten. Darüber hinaus gab es noch Phasen mit kurzem Nieselregen und damit einhergehender möglicher rain tyre Nutzung für die "BMW Langstrecken Piloten" Senges und Colling in unsrem Team. Erstgenannter hatte Premiere mit seinen nach DMSB Statuten aufgebauten E30, der seinen Rennstreckenauftritt jedoch mit Bravour bestand. Auch Andi Colling (wer hätte es erwartet) fuhr problemlos unendliche Runden am Stück und konnte mit seinem BMW nur durch Missbrauch zum Teilespender vom Fahren abgehalten werden.

Helmut Salm, der seinen 1.6er 16V nach längerer Pause auch mal wieder aus der Ecke holte, drehte ebenfalls seine Runden, ehe er von erneuten Elektronikproblemen heimgesucht wurde und die Testfahrt beenden musste. Im Corrado von Nils Michel wurden die für den Berg geänderten Teile ebenfalls einer Komplettkontrolle unterzogen, doch auch hier lief nicht alles ohne Probleme. Anhaltende Ungereimtheiten mit der Hinterachsbremse ließen ihn auch immer wieder das Fahrerlager ansteuern, doch ansonsten funktionieren die verbauten Teile wie gewünscht.

Bliebe noch Mathias Mohr, der seine komplett runderneuerte Heidi erstmals dem Licht der Öffentlichkeit zeigte. Hier lief leider auch nicht alles reibungslos ab, konnte doch ein erstmals auftretendes Zündungsproblem vor Ort leider trotz vieler Tests und Versuche nicht behoben werden. Um keine Schäden am Aggregat zu verursachen wurden somit auch nur einige Proberunden gedreht, wonach sich der Fahrer jedoch freudig mit der Nachricht zurückmeldete: "Die Aerodynamik scheint zu funktionieren und das Auto liegt bedeutend ruhiger"

Bleibt also abschließend festzuhalten, dass der Tag genau das brachte was er auch sollte: Kinderkrankheiten und kleinere Fehlfunktionen aufdecken, um diese bis zum ersten Rennen nächste Woche (!!!) noch abzuarbeiten. Insgesamt muss man sagen, dass auch die Infrastruktur der Rennstrecke sich deutlich zum Positiven geändert hat, so stehen nun Wohnmobilsteckdosen ebenso zur Verfügung wie frisch sanierte Toiletten samt Duschen. Da wir vom Rennablauf mit der weltbekannten französischen Gelassenheit sowieso seit jeher schon begeistert sind haben wir uns auch nach Eventende noch mit dem Veranstalter unterhalten & weiterhin unsre Teilnahme an seinen Veranstaltungen zugesagt, denn wir werden kurz- oder mittelfristig unser Hauptaugenmerk wohl eher in Richtung Time- Attack, Racedays oder allgemein der Rundstrecke legen und knüpfen da bereits ein paar Kontakte.

 

Frischzellenkur

 

In dieser Woche beschäftigen wir uns mit dem neuesten motorisierten Untersatz im Team, nämlich dem BMW M5 von Sebastian Kühn. Dieser hatte sich ja nach einigen Rückschlägen bei seinem letzten Projekt dazu entschlossen sein Lager vom Main an die Isar zu verlegen und damit auch dem jahrelang lieb gewordenen Frontantrieb abgeschworen.

Ein erstes Kennenlernen unter Rennbedingungen mit dem neuen Boliden erfolgte bereits im November auf dem Hockenheimring, wo man erste Schwachstellen noch vor dem Winter herausfinden - und Verbesserungen ins Auge fassen wollte.

Es wurde eine umfassende to do Liste angelegt und in diesem Winter stand erstmals ein Motoren Update auf dem Programm. Dieser ist mittlerweile wieder frisch revidiert aus bella Italia zurück in der heimischen Garage, wo nun weitere Schritte unternommen werden. Damit die Funktion des neuen Motors auch nicht durch evtl. Kabelbrüche oder ähnliche Alterserscheinungen der Elektrik beeinträchtigt wird und um sich noch besser in die neue Technik einzufinden, wird ebenfalls diesen Winter noch ein neuer Kabelbaum von unsrem Mitglied Steven Vogelgesang in den Wagen wandern.

Um den E39 auch von außen wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, bekommt er noch ein neues Farbkleid aufgesprüht. Da in diesem Arbeitsschritt die Türen so oder so abmontiert werden müssen, werden sie in diesem Zug durch leichtere aus Glasfaser ersetzt, da der BMW von Haus aus ja auch nicht gerade ein Fliegengewicht ist. Daneben stehen selbstverständlich noch kleinere Revisions- und Wartungsarbeiten ins Haus, so dass es auch im Hause Kühn diesen Winter an Arbeit nicht mangelt...

 

 

Zeit des Umdenkens

 

Im Hause Mohr musste bzw. durfte man in den vergangenen Monaten Zeuge eines beachtlichen Umdenkens werden! Zwar schlägt auch sein Herz nach wie vor für Sportwagen aus Zuffenhausen, doch beim Thema Aerodynamik, Abtrieb, Um- & Durchströmung lieh er sich bisher nur zu gerne das Zitat des großen Enzo Ferrari:

"Aerodynamik ist etwas für Leute die keine Motoren bauen können"

Doch was nützt all das Festhalten an bisherigen Vorstellungen und Traditionen, wenn die Entwicklung stetig weitergeht und man an manchen Erkenntnissen schlicht und ergreifend nicht mehr vorbei kommt??? Nachdem Lotte sich eigentlich von Anfang an (abgesehen von kleineren nicht zu vermeidbaren Kinderkrankheiten) als durchaus standfest erwies, folgt nun Schritt zwei: Die Erhöhung der Performance!

Als größte vorerst zu lösende Baustelle galt es den bauartbedingt kurzen Radstand auf ein tauglicheres Maß zu verlängern. So konnte über Winter ca. 12 cm gefunden werden, was natürlich nicht ohne weitreichende Bearbeitung der Karosserie ablief. Nach diesem Einschnitt in zweierlei Hinsicht konnten die bisherigen "Gruppe H" Verbreiterungen nicht weiterverwendet werden, so dass man sich dazu entschied einen komplett neuen Bodykit zu verbauen, bzw. zu entwerfen. Dieser beinhaltet nach wie vor eine komplette Flipfront samt Kühlluftabfuhr, sowie neue hintere Verbreiterungen & neue Seitenschweller!

Als man sich das vorläufige Ergebnis betrachtete, war schnell klar dass noch ein weiterer Schritt gegangen werden muss um die gewünschte Zeitenreduzierung zu erreichen. So wurden nach einigen Überlegungen und Recherchen weitere aerodynamische Hilfsmittel angebracht, etwa in Form eines Frontsplitters, Seitenschwellern, Heckspoiler, sowie einem komplett geschlossenen Unterboden samt anschließendem Diffusor.

Leider brachte die kompletten Maßnahmen auch ca. 30 Kilogramm mit sich, doch ist man derzeit der Meinung dass es dennoch zu schnelleren Laufzeiten durch ein stabileres sowie gutmütigeres Gesamtkonzept führen wird. Zum Abschluss wurde das (damals im Kit enthaltene) englische no Name Fahrwerk noch zu unserem langjährigen Partner H&R gesendet. Diese machten eine komplette Analyse und erstellten ein passende(re)s Setup anhand der bereitgestellten Radlasten. Und weil es so schön ist und man über Winter ja sowieso nichts zu tun hat, bekam Lotte zu Weihnachten wie es sich für eine feine Dame gehört noch neue Schuhe in 15 Zoll spendiert, die sich optisch perfekt ins neue Gesamtbild einfügen.

Erste Eindrücke des neuen Konzepts werden wir am kommenden Freitag (28.04.2017) auf unserer "Amuuur, sche täme" Lieblings- Teststrecke im französischen Chambley sammeln, wo noch weitere unserer Teammitglieder an den Start gehen werden!, ehe dann in ziemlich genau einem Monat das erste Bergrennen auf dem Programm steht.

 

 

 

 

 

Der Abräumer

 

 

Besser kann man glaub die Saison von Tobi Küpper kaum beschreiben, denn im Jahr 2016 gelang ihm sportlich gesehen wohl ein ziemlich perfektes Jahr...

Deutscher Meister, Gesamtsieger & Hessenmeister

...Lediglich in der westdeutschen Slalommeisterschaft musste er sich hinter Hans Beer mit dem zweiten Platz "begnügen"! Darüber hinaus gab es im Rahmen der Siegerehrung der Hessenmeisterschaft am vergangenen Wochenende noch das NAVC Motorsportabzeichen in Gold für ihn.

Doch wer bereits an der Spitze ist, für den gibt es bekanntlich ja leider nur eine Richtung in die es gehen kann, und um das möglichst zu vermeiden steht in diesem Winter eine Komplettüberholung, bzw. Verbesserung der bestehenden Komponenten auf dem Programm.

Das beginnt zum einen beim Motor, wo es ursprünglich lediglich eine Revision sein sollte, um dem Golf ein paar über die Jahre verloren gegangene Pferdestärken wieder zurückzubringen und endete (der erfahrene Motorsportler ahnt es hier bereits)... in einem kompletten Neuaufbau des Motors. Zu groß waren die Spuren der Belastung und zu hoch das Risiko mit geschwächtem Material in die neue Saison zu gehen. So kommt es erstens nun mal anders und zweitens teurer als man denkt! Durch diese ungeplant hohe Investition musste natürlich an anderer Stelle auch wieder eingespart werden und statt das geplante Budget in die Anschaffung eines sequentiellen Getriebes zu investieren, erhält nun ein ebenfalls neues, wenn auch "nur" Dogring betätigtes H- Getriebe mit sechs Fahrstufen den Einzug an Stelle der bisherigen 5- Gang Motorsport Box aus dem Hause VW Motorsport.

Doch auch dieser Umbau geht nicht plug & play, so muss u.A. eine neue Schwungscheibe samt Kupplung her, die Kupplungsbetätigung auf hydraulisch umgebaut werden, usw. usw.

 

 

 

Familienbande

 

 

Zu unserem heutigen Update zieht es uns noch einmal aus meiner saarländischen Heimat in die Ferne, genauer gesagt an die Loreley zu den beiden Michel- Brüdern, die uns mittlerweile auch bereits seit ein paar Jahren begleiten.

War es in letzter Zeit doch vermehrt Torsten Michel, der bei seinem Seat Leon Supercopa auf der Rundstrecke und am Berg ins Lenkrad griff, so will in der kommenden Saison auch Nils wieder aktiv und im eigenen Fahrzeug an den Start gehen. Dazu wurde dessen VW Corrado an die neue Aufgabenstellung bei uns am Berg modifiziert (ehemals Rundstrecke).

Unter anderem wurde das Getriebe für die deutlich niedrigeren Km/h Zahlen verkürzt, ebenso wurde die Hinterachse verändert, sowie die Elektrik überholt und angepasst. Als Herz ist weiterhin der 2.9 Liter große VR6 Motor an Bord, welcher das Auto somit in der Klasse 12 (und damit in der gleichen Klasse wie seinen Bruder Torsten) an die Startlinie rollen lässt.

Doch ein enges Bruderduell dürfte ebenso wie um die Jahrtausendwende in der Formel 1 tendenziell eher nicht  zu erwarten sein, dazu ist der Gegner zu kompromisslos aufgebaut und entwickelt worden.

Dieser erhielt im "Chaosteam Winter der Motoren" ein erneutes Update, bzw. eine Revison am Turbomotor spendiert. Da der Seat einst für den beinharten Kontaktsport auf der Rundstrecke gebaut wurde, wo alle Markenpokalrenner mit gleichem Material an den Start rollen, schleppt(e) er noch unerfreulich viele Blechteile mit sich herum. Diese sollen zur neuen Saison Anbauteilen aus GFK weichen, unter anderem gibts (vier!!!) Türen, sowie eine neue Heckklappe aus dem leichten Kunsststoff. Darüber hinaus stehen die alljährlichen Regelwartungen an, auf die ich im Grunde nach nicht gesondert eingehen muss...