Sportfahrertagung in Suhl

 

Es ist ja mittlerweile bekannt, dass wir ab dem kommenden Jahr zwei NAVC Bergveranstaltungen verloren haben und diese allen Propheten nach wohl auch nicht wiederkehren werden. Über die Gründe (auch solche die man sich an mancher Stelle gerne einredet) haben wir bereits ausführlich gesprochen und während der Saison mitunter lautstark debattiert. Daher wollen wir es nun auch dabei belassen und nach vorne blicken! Doch was erwartet uns künftig? Drei der gestellten Sportfahreranträge haben bzw. hätten teaminterne Auswirkungen, so dass diese von uns mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt wurden.

Einer davon (die Einführung von Gewindefahrwerken in der Gruppe 1) wurde noch von der überwiegenden Mehrheit der Anwesenden gleich entschieden, sehr zum Bedauern der Antragssteller.

Die beiden weiteren... Tja, da ging es dann auch für uns um die Wurst! Für einen der Anträge möchte ich aus Vereinfachungsgründen die auf der NAVC Internetseite verwendete Kurzformulierung zitieren: „Erlauben von Klassengrenzen überschreitenden Hubraumveränderungen"

Leider wurde dieser Vorschlag suboptimal formuliert und auch vorgetragen, so dass nahezu fast alle für die Änderung sprechenden Fakten unter den Tisch fielen. Nun, immerhin konnte der Antrag ein wenig durch Wortmeldung aus dem Publikum „gerettet" werden, doch an der ablehnenden Haltung der Anwesenden änderte diese Klarstellung auch nicht mehr viel. Wo nun das Problem liegt? Da gibt es mehrere Punkte und glaubt man den Sätzen des Antragstellers -woran zumindest ich nicht zweifele, so sind allein in der Klasse 10 (bis 1600ccm) vier Fahrzeuge von dem Änderungsantrag betroffen und fahren demnach im nächsten Jahr nach der Ablehnung reglementwidrig - oder "faul" wie der Sportfahrer zu sagen pflegt, sollten sie denn über Winter nicht noch einen kostenintensiven Umbau starten. Was ihnen bleibt ist das verschmähte outlaw Sammelbecken der Klasse 14, doch mit einem konventionell für die Gruppe 2 aufgebauten Golf mit 1600ccm hängen dort die Früchte recht hoch.

Nun haben wir in der Klasse 10 ab dem kommenden Jahr drei Starter im Team, welche sich theoretisch darüber freuen könnten weniger Konkurrenz zu haben... theoretisch aber halt auch nur! Denn obwohl Motorsportler von Natur aus zuerst einmal Egomanen sind und für sie nichts zählt als der eigene Erfolg, so muss man doch das Ganze betrachten und es kann also auch sein, dass eben diese vier Fahrzeuge überhaupt nicht mehr starten, oder aber eine für den Umbau notwendige finanzielle Zwangspause einlegen müssen. Wir erinnern uns: Dieses Jahr haben wir bereits zwei Veranstaltungen verloren und das nicht weil man sich dort vor Startern kaum retten konnte. Ein besorgter Sportfahrer sah sogar bereits eine Horde neuer, absolut überlegener Fahrzeuge den NAVC Berg überrennen:

„Dann kann ja auch der X kommen und einen Y Motor bauen und fährt dann trotzdem nur in der Klasse Z"

...Ja, könnte er! Und ja, sollte er auch bitte! Denn nochmal: Der Berg kränkelt massiv, um es mal nett auszudrücken! Gerade in solchen Zeiten sollte man näher Zusammenrücken und evtl. entgegen der oben genannten Sportfahrernatur den Egoismus in der Tasche lassen und Entscheidungen mittragen, die einem vielleicht selbst nicht zu 100% passen!

Ein Reglement für Grenzfälle leicht zu öffnen und so vielleicht in der Tat das ein oder andre spektakuläre Fahrzeug anzulocken ist in unseren Augen genau das was wir jetzt brauchen! Medial präsente und öffentlichkeitswirksame Starter oder Umbauten, die auch bei uns mal in den „normalen" Klassen starten dürfen, die Videos auf ihren Kanälen veröffentlichen und so indirekt Werbung für unsre Veranstaltungen machen.

Davon ab gilt die Lockerung natürlich für jeden Teilnehmer, so dass man ja nicht tatenlos zusehen muss wie die Konkurrenz (eventuell) aufrüstet und an einem vorbei zieht. Und seien wir doch einmal ehrlich: Am Ende haben auch bisher zumeist die Fahrer vorne gestanden, die am meisten investiert haben, egal ob beim jetzigen Reglement, oder in einer abgeänderten Version. So haben wir uns dann auch dazu entschieden im Falle eines Starts der betroffenen Fahrzeuge in ihrer bisherigen Klasse keinen Protest einzulegen, da in unseren Augen 1600ccm nun einmal 1600ccm sind, egal durch welche Änderung die Hubraumgröße sichergestellt wird oder welcher MKB auf dem Block steht. Wir wollen uns sportlich mit den Fahrern messen und nicht am grünen Tisch unsere Siege erringen!

 

À propos Entscheidungen mittragen die einem nicht schmecken:

So geschehen (ja, man mag es kaum glauben) selbst bei uns! Auch wir tragen nun, IM SINNE DER DEUTSCHEN NAVC BERGMEISTERSCHAFT „gerne" den Streichlaufverzicht, wenn wir dadurch evtl. beitragen die BM zu stabilisieren, retten, oder wie auch immer man das nennen mag! Denn sind wir ehrlich, wenn noch eine weitere Veranstaltung die Segel streicht, hat bei dann noch verbleibenden drei Wochenenden (sechs Veranstaltungen) das DM Prädikat nicht mehr wirklich einen Sinn.

Es ging also beim erneut gestellten Antrag bzgl. des Streichers in unseren Augen um einen Kompromiss, mit dem alle Seiten leben können! Diesen gab sogar, denn mit nur einem Streichlauf hätte man keine Veranstaltung kategorisch auslassen können, sondern müsste mindestens einmal bei jeder Veranstaltung starten. Ok, wurde abgeschmettert! Doch dann kam es (spontan?) zu einer wahrlich beeindruckenden Idee... welche zu meinem Entsetzen jedoch aber auch nicht angenommen wurde. Diese lautete wie folgt und wäre genau dieser so wichtige Kompromiss geworden:

- Ein Streichlauf in der Saison, also 7 aus 8 sozusagen! Jedoch bekäme ein Fahrer der ALLE acht Läufe (in seiner Klasse) gefahren hätte einen Obolus in Form von fixen Extrapunkten, oder aber vielleicht auch einen prozentualen Aufschlag auf seine regulär eingefahrenen! Zack, da war das Ding! Eine so einfache, aber dennoch effektive Idee die leider, leider keine Mehrheit fand und wohl auch gewollt ein wenig zu kurz gehalten wurde, Schade drum!

So viel zur Sportfahrertagung, leider wurden unsere Wünsche nicht komplett erfüllt und so bleibt uns ähnlich wie in diesem Jahr nur die Hoffnung dass sich die getroffenen Entscheidungen nicht erneut negativ auf die Starterzahlen auswirken. Denn eins ist klar: So easy die Schuld aufs KNR zu schieben wie in diesem Jahr wird es 2018 nicht werden ;-)

Dennoch muss aber so langsam ein Umdenken bei uns Aktiven beginnen, damit wir künftig neuen Ideen und Ansätzen offener gegenüberstehen, über den Tellerrand schauen & über den eigenen Schatten springen, wenn wir das große Ganze nicht verlieren, sondern schützen wollen. Reine schwarz oder weiß Entscheidungen werden uns aus der Krise nicht herausführen, so dass man sich vielleicht irgendwo in der Mitte treffen sollte... Mein Vorschlag läge bei GRÜN, denn das ist bekanntlich ja die Farbe der Hoffnung!

 

So viel von uns zur Tagung, genießt eure Vorweihnachtszeit und gebt acht auf euch!

 

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